Donnerstag, 7. November 2013

Die unglaubliche Kraft der Träume

 
Die spektakulärste Theorie der Neuzeit beginnt mit dem Scheppern eines Schlüsselbundes. Sein Besitzer heißt Albert Einstein. Er hält mehrmals täglich ein kleines Nickerchen - und immer dann, wenn der Meister zu träumen beginnt, fallen die Schlüssel in seiner Hand einfach zu Boden.Heute sind Hirnforscher überzeugt : Seiner eigenwilligen Schlafgewohnheit dürfte Einstein einen Teil seiner Genialität verdanken. Und tatsächlich beweisen immer mehr Studien :

"Träume können unsere Kreativität steigern, unsere Gesundheit stärken und unsere Ängste bändigen. Und wer einige Regeln befolgt, kann sogar bestimmen, was er im Schlaf erlebt."

Kann man sich gesund träumen ?

Wenn wir im Tiefschlaf sind und träumen, sorgt unser Gehirn für die Ausschüttung von Wachstumhormonen und startet ein regelrechtes Regenerierungsprogramm. Plötzlich heilen Wunden schneller, neue Nervenzellen entstehen. Außerdem fand M.Walker (Schlafforscher) heraus, dass träumen Ängste bekämpft.
"Wer träumt, senkt sein Stresslevel und verhindert, daß sich negative Gedanken im Kopf festsetzen. Er verarbeitet das Erlebte in einem sicheren Umfeld", so Walker. Das wiederum bedeutet, dass traumatisch Ereignisse wie ein Streit oder ein Unfall sich durch intensive Träume weniger im Gedächtnis festsetzen.

Sind Träume wie Trainingsstunden ?

Neue Studien haben gezeigt :
"Man erlernt ein Musikinstrument deutlich schneller,wenn man in den Nächten nach Übungsstunden viel und lange träumt. Ein Prinzip, das auf unser gesammtes "Lernwissen" übertragbar ist - vom Radfahren bis zum Walzertanzen.
"Wir haben den Lernerfolg in einem Geschicklichkeitsspiel gemessen. Es gibt in unseren Studien aber auch viele Beispiele für Musiker oder Sportler, die im Traum zu beachtlichen Fortschritten gelangen. Besonders messbar ist dieser Lerneffekt bei Klarträumen", erklärt D. Erlacher (Schafforscher, UNI Berlin).

Was ist ein Klartraum ?

"Der für das logische Denken zuständige Teil unseres Gehirns ist beim Träumen normalerweise ausgeschaltet. Im Gegensatz dazu ist das Seh- und Bewegungszentrum höchst aktiv. Bei einem Klartraum schaltet sich der rationale Geist plötzlich wieder hinzu : Der Träumende merkt, dass er träumt, wacht aber davon nicht auf. Statt dessen läuft der Traum weiter und lässt sich - mit ein bissel Übung - von nun an willentlich steuern", erklärt Erlacher.

Wie gelingt ein Klartraum ?

"Ein direkt nach dem Aufwachen geführtes Tagebuch identifiziert typische Verräter der eigenen Träume : Wer z.B. immer wieder Prinz Charles begegnet, weiß beim nächsten Mal : Achtung, ich träume !
Teste die Realität : Kannst du mit geschlossenem Mund atmen ? Fängst du bei einem Sprung sofort an zu fliegen ? Ja ? - Na, dann leg los, mit der Gestaltung deines eigenen Traumes", so Erlacher.

Wie dringt man in den Traum eines anderen ein ?
"Während des Schlafs funktionieren alle unsere Sinne ganz normal. Äußere Reize gelangen dadurch häufig in den Traum, z.B. führte ein Wasserspray bei einem Experiment in etwa 40% der Fälle zu einer Veränderung. Häufig begann es von der Decke zu tropfen oder zu regnen", sagt Erlacher. Auch akustische Botschaften verstünden die Teilnehmer im Schlaflabor. Nur das Antworten sei schwierig.

Steigern Träume meine Fitness ?

Der Klartraum kombiniert die Fähigkeiten von Wach- und Schlafbewusstsein, sogar die physische Leistungsfähigkeit lässt sich steigern. M. Schredl, Psychologe und wissenschaftlicher Leiter am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, untersuchte Turmspringer, Skiläufer und Turner, die in Klarträumen bestimmte Bewegungsabläufe trainierten. "Sie erlebten ihr Handeln als in sich stimmig, leicht und locker", so Schredl. Die Folge : Wer einen perfekten Salto in all seinen Details träumt, schafft das auch in der Realität eher. Bei ihren mentalen Anstrengungen erhöhte sich sogar die Pulsfrequenz der Sportler beträchtlich.

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